Der Konstrukteur steht im Zentrum des nachhaltigen Bauens in der Zukunft
Durch eine bewusste Materialauswahl in unseren Bauprojekten bieten sich große Möglichkeiten, die Auswirkungen auf das Klima zu verringern. Vendela Lönkvist gehört zu den jungen Konstrukteurinnen bei Weland, die darin geschult wurden, die gesamte Kette des Lebenszyklus eines Gebäudes zu betrachten. Viele wichtige Entscheidungen können bereits in der Planungsphase getroffen werden, in der der Konstrukteur eine zentrale Rolle hat.
Vendela Lönkvist kommt direkt von der Technischen Hochschule Chalmers, wo sie im Masterstudiengang zur Bauingenieurin für industriell Ökologie im Infrastruktur- und Städtebau ausgebildet wurde. Lebenszyklusanalysen (LCA) sind für sie kein neues Konzept, sondern ein selbstverständliches Werkzeug in der täglichen Konstruktionsarbeit. Aus ihrem Studium hat sie eine klare Sichtweise mitgebracht: Bauprojekte müssen als ein komplexes System betrachtet werden, in dem jede technische Entscheidung das Gesamtbild beeinflusst. Die Lebenszyklusanalyse sollte eine Entscheidungshilfe in der frühen Phase des Prozesses sein und keine nachträgliche Berichterstattung.
– Für mich geht es darum, technisches Ingenieurswissen mit Systemdenken zu verbinden. Es gilt für heute intelligent zu bauen, aber auch für eine langfristige Nutzung, Instandhaltung und Wiederverwendung zu planen, sagt Vendela.
Langfristige Auswirkungen
Bauprojekte werden oft in erster Linie daran gemessen und beurteilt, was hier und jetzt sichtbar ist – Budget, Zeitplan und die technische Funktion. Es gibt jedoch mehrere Auswirkungen, die sich dann im Laufe der Zeit stärker auf die Gesellschaft auswirken. Wie zum Beispiel eine Zunahme von Gesundheitsproblemen aufgrund von Umweltverschmutzung, ein Rückgang der Artenvielfalt und der Klimawandel. Diese Auswirkungen werden selten berücksichtigt, da sie oft erst später auftreten und andere Akteure betreffen als diejenigen, die heute die Entscheidungen treffen. Ein weit verbreiteter Irrglaube in der Branche ist laut Vendela, dass zirkuläres Bauen höhere Kosten oder ausgefeilte Speziallösungen erfordern wuerde.
– Es geht nicht darum, bei Standards oder der Sicherheit Abstriche zu machen, sondern darum, den Fokus vom niedrigsten Einkaufspreis auf die geringsten Auswirkungen im Laufe der Lebenszeit zu verlagern. Robuste Lösungen mit einer langen Lebensdauer liefern bessere Ergebnisse als Lösungen, die von nur auf einen geringen Materialverbrauch ausgelegt sind.
Feuerverzinkter Stahl
Feuerverzinkter Stahl ist ein hervorragendes Beispiel für einen robusten Werkstoff, der den Anforderungen an eine Kreislaufwirtschaft gerecht wird. Bei Weland ist das Feuerverzinken ein selbstverständlicher Bestandteil des Herstellungsprozesses für Treppen, Geländern, Rampen und Gitterroste. Stahl und Zink lassen sich immer wieder recyceln, ohne dass dabei Abstriche bei Qualität oder Festigkeit gemacht werden müssen. Das bedeutet, dass das Material eingeschmolzen und zur Herstellung von neuem Stahl und neuen Konstruktionen verwendet werden kann. Vendela sieht jedoch auch großes Potenzial in der Wiederverwendung von Komponenten.
– Anstatt immer wieder Neues zu produzieren, liegt ein großes Potenzial darin, bereits vorhandene Komponenten wiederzuverwenden. Wenn man von Anfang an modular denkt und auf durchdachte Maße, Befestigungen und eine deutliche Dokumentation setzt.
Digitale Produktpässe
Die Baubranche steht vor einer neuen Arbeitsweise, die auf Transparenz und Rückverfolgbarkeit setzt. Bald wird der digitale EU-Produktpass eingeführt. Ein digitaler Pass für Bauprodukte, in dem Informationen zu Materialien, Herstellung, Klimaauswirkungen, Instandhaltung und Demontage in einem Dokument bzw. Pass zusammengefasst sind. Für Wendeltreppen aus feuerverzinktem Stahl kann ein solcher Produktpass mehrere Lebenszyklen ermöglichen und Sicherheit sowie Funktion bei der Wiederverwendung gewährleisten.
– Aus einer zirkulären Perspektive geht es nicht darum, völlig neue Produkte zu erfinden, sondern Systeme zu entwickeln, die das bereits Vorhandene nutzen. Darin sehe ich eine große Chance für die Zukunft der Baubranche, schließt Vendela.
Veröffentlicht: 25.06.2026